Nicht dürfen ist nicht gleich nicht wollen – Gedanken zum Umgang mit Alkohol nach der Fastenzeit 🤓👩‍🏫

Vielen Menschen haben sich Aschermittwoch entschieden, in der Fastenzeit keinen Alkohol oder weniger alkoholische Getränke zu konsumieren. Auch ich gehörte dazu. Meine Bilanz: Von 40 Tagen trank ich an cirka 13 Tagen etwas. Ich hatte bereits berichtet, dass ich für eine Periode von cirka 10 Tagen mit dem abstinenten Leben gar nicht klar kam und durchaus öftres zu tief in Glas als nötig schaute.

Was lehrte mich das? Einfach wieder von vorne mit dem konsumfreien Leben beginnen, denn immerhin bestätigten mir die 53 Tage am Beginn des Jahres, dass sich Abstinenz absolut lohnt 🙂 Zur Zeit bin ich seit über zwei Wochen mit der Ausnahme von drei kleinen Gläsern Wein konsumfrei. Mich lehrte die abstinente Zeit, dass ich „nein“ sagen kann, dass ich der Boss im Hause bin. Mich lehrte die Zeit des Trinkens aber auch, dass ich schnell wieder im Schlamassel in Form des regelmässigen und übermäßigem Konsum sein kann.

Wie wird es nun für mich weiter gehen? Ich werde versuchen, so wenig Alkohol wie möglich zu trinken. Ich werde versuchen, wenn die Versuchung um die Ecke schleicht, ihr ersteinmal die Stirn zu bieten. Alle Vorhaben à la „nur zwei Mal die Woche etwas trinken“, „nur am Samstag etwas zu trinken“, das funktioniert bei mir nicht. Was am besten bei mir momentan funktioniert ist : ein wenig zu trinken und dann am nächsten Tag sofort wieder nichts. Vielleicht kann das ein Ratschlag an alle sein, die verhindern wollen, wieder in alte Trinkmuster zu verfallen: an einem Abend wenig zu trinken, aber dann in Gesellschaft. Vor dem Schlafen gehen dann viel Wasser trinken. Und am kommenden Tag unbedingt das erste Glas wieder stehen lassen. Wer merkt, dass er oder sie die Kraft dazu nicht haben wird, der sollte das erste Glas direkt wieder stehen lassen. Und falls man denkt, dass man die Kraft hat und es doch nicht schafft und dann doch wieder „im Schlammassel der alten Trinkgewohnheiten steckt“, der sollte so schnell wie möglich wieder den abstinenten Weg einschlagen. Denn: bis zur nächsten Fastenzeit sind es noch 325 Tage. 325 Tage wieder regelmäßig Alkohol zu konsumieren ist für mich jedenfalls keine Option und für viele von euch da draußen sicherlich auch nicht.

Alles ist für den Menschen gemacht. Auch der Wein. Aber der Mensch sollte auch lernen, alles in Maßen zu genießen. Auch gilt es zu verstehen, dass der Verzicht (egal ob es sich dabei um Alkohol oder unnötige Flugreisen handelt) eine bewusste und freiwille Entscheidung ist und dass es sich dabei nicht um ein „Nichtdürfen“ handelt. Denn immerhin handelt es sich bei dem erwachsenen Menschen um ein Individuum mit einem freien Willen, mit einer individuellen Seele. Wenn ich sage „ich darf keinen Alkohol trinken“, dann suggeriere ich meinem Unterbewusstsein ein Verbot. Aber de facto gibt es ja niemanden Externen der mir den Alkohol verbietet. Ich bin ja diejenige, die keinen Alkohol trinken möchte. Also sage ich mir : Ich will keinen Alkohol trinken, weil mir das nüchterne Leben mehr schenkt als das betrunkene. Die Einsicht, dass der Verzicht etwas wunderbares sein kann, ist der Schlüssel zum Glück.

Gerade in Zeiten der Coronakrise hat uns die Fastenzeit viele Dinge gelehrt, jenseits der Einsicht, dass Alkoholkonsum unnötig und schädlich ist. Diese Fastenzeit 2020 hat uns gezeigt, wie fragil die uns bekannte „normale“ Welt durch ein unsichtbares Virus werden kann. Diese Fastenzeit hat uns aber auch gezeigt, dass der Verzicht etwas Gutes sein kann: zu verzichten, alte Menschen zu besuchen, kann sie schützen. Zu verzichten, Partys zu feiern, kann schützen. Zu verzichten zu reisen und zu fliegen kann schützen. Und wir sehen auch die positiven Seiten: der Himmel ist blau wie nie, der CO2-Ausstoß reduziert sich „wie von Zauberhand“ und anstatt auf Partys das Glück im Außen zu suchen, verbringen wir mehr Zeit mit unserer Familie. Diese Fastenzeit hatte meiner Meinung nach mehr Möglichkeiten zur Be-sinnung als die Fastenzeiten in meinem bisherigen 38jährigen Leben.

Hoffentlich nehmen wir aus dieser Zufriedenheit und inneren Ruhe viel Kraft mit in das weitere Jahr.

Ich wünsche allen ein gutes gelingen im Verzicht auf den Alkohol.

Herzliche Grüße ❤️

Eure Freya

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