Valentinstag: Die Liebe und seine GefĂŒhle leben💖💃

Dieses Wochenende ist mir besonders aufgefallen, wie schön es sein kann, komplett nĂŒchtern in seine GefĂŒhlswelt einzutauchen. Ich trinke mit einem Tag Unterbruch nun sechs Wochen keinen Alkohol und mit jedem Tag mehr finde ich ein StĂŒck „nĂ€her“ zu mir zurĂŒck. Es ist so, als ob ich es schaffe, mehr in mir zu ruhen und einen inneren Frieden zu haben. Doch ehrlich gesagt ist dieser Prozess „harte Arbeit“, denn:

Es gab letzte Woche Situationen, die mich total aus der Fassung gebracht haben, in denen ich förmlich unter die Decke gegangen bin. Nur ein Beispiel: eigentlich war es verabredet, dass ich von der Arbeit von meinem Mann abgeholt werde. Nun sah es aber so aus, dass er sein Handy nicht dabei hatte und wir keine feste Uhrzeit abgemacht hatten, denn dank andauernder Erreichbarkeit kann man sich ja schnell texten, wenn mein Arbeitsschluss definitiv absehbar ist. Er war nicht erreichbar, ich hatte eine halbe Stunde spĂ€ter daheim einen wichtigen Termin via Videokonferenz. Wenn ich laufen sollte, wĂ€re ich knapp pĂŒnktlich daheim. Gut, ich machte mich also auf den Weg. Und ich war sauer, so sauer, dass mir die TrĂ€nen kamen. Die ganze Schuld lud ich im Inneren auf ihn ab, und der Gedanke an ein Glas Wein kam auf. Ich fragte mich, woher denn diese Lust auf Alkohol auf einmal kam.

Und mit jedem Schritt diesen verdammten HĂŒgel hinauf, wurde mir bewusst: ich war es gewohnt in Situationen der EnttĂ€uschung und Wut diese mit der Substanz zu dĂ€mpfen. Mit jedem Schritt den ich nun durch den Schnee ging, sagte ich mir: Nein, du wirst nichts trinken! FĂŒhle lieber in dich hinein, lasse den Schmerz zu. Ich sah mir den Schmerz mit meinem inneren Auge an und mit jedem Schritt mehr, verblasste er. Ich nahm den Schnee, die kalte Luft, meine Beine beim Laufen, den Sonnenschein und den blauen Himmel wahr. Und auf einmal fĂŒhlte ich Freude und war dankbar dafĂŒr, diesen Weg nun im wahrsten Sinne des Wortes gehen zu mĂŒssen. Wut und EnttĂ€uschung, diesen Schmerz, konnte ich also aushalten, es brauchte keinen Alkohol um ihn zu betĂ€uben.

Diese geschilderte Situation spiegelt wieder, wie GefĂŒhle mich aktuell immer wieder ĂŒbermannen. Es sind meistens GefĂŒhle, die ich gewohnt war, zu unterdrĂŒcken, sie nicht richtig zuzulassen bzw. mit meinem inneren Auge genau anzuschauen. Die Zeit ohne Alkohol bringt es nun mit sich, dass ich diese GefĂŒhle endlich wahrnehme, sie wirklich fĂŒhle.

FĂŒhlte ich denn GefĂŒhl wie Trauer, Schmer, EnttĂ€uschung nicht als ich trank?!? Doch, auch da hatte ich diese, aber ich hatte gelernt, dass sie sich mit der Droge besser aushalten oder abschalten lassen. Und auch wenn ich einmal einige Tage nichts trank, wenn die GefĂŒhle mir zu viel wurden und ich sie nicht mehr aushielt, war das Glas Wein immer eine willkommene Ablenkung zum Schmerz. Aktuell gibt es diese Möglichkeit des Abschalten und Ignorieren gerade fĂŒr mich nicht und deshalb zwingt mich das Leben dazu, mich mit meiner GefĂŒhlswelt auseinanderzusetzen.

Aber es sind zum GlĂŒck auch positive GefĂŒhle wie GlĂŒck, Zuversicht, Vertrauen, Geborgenheit, die ich wieder mehr empfinde. Wenn es mir schlecht geht, bin ich momentan nach einer Zeit des Schmerzes in der Lage, positive Gedanken zu entwickeln und zuversichtlich daran zu glauben, dass alles gut wird. Ich lerne seit einer Woche cirka, dass im Endeffekt die Liebe im Universum immer greifbar ist und es an mir liegt, mich mit ihr mental zu verbinden und auf diese Weise den Schmerz, die EnttĂ€uschung und die Trauer abzustreifen.

Alkoholkonsum fĂŒhrt dazu, dass ich oft schwarz und negativ, Ă€ngstlich und ohne Vertrauen durch die Welt gelaufen bin und nur nach seinem Konsum schien diese dunkle Welt fĂŒr mich aushaltbar.

Nein, heute sehe ich das anders. Ich weiß, dass es der Alkohol ist, der diese Welt nur hat so aussehen lassen. Heute suche ich mir andere Quellen der Zuversicht: Meditation, Sport, gute GesprĂ€che, BĂŒcher, Videos. Ich lerne mich selbst zu schĂ€tzen und zu lieben und halte Situationen, die Schmerz verursachen ersteinmal aus.

Die Regel lautet: ich lasse das erste Glas stehen und der Rest kommt nach und nach. Ich glaube an das Gute und an die Liebe im Universum.

Happy Valentine❀

Eure Freya

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