Valentinstag: Die Liebe und seine Gef├╝hle leben­čĺľ­čĺâ

Dieses Wochenende ist mir besonders aufgefallen, wie sch├Ân es sein kann, komplett n├╝chtern in seine Gef├╝hlswelt einzutauchen. Ich trinke mit einem Tag Unterbruch nun sechs Wochen keinen Alkohol und mit jedem Tag mehr finde ich ein St├╝ck „n├Ąher“ zu mir zur├╝ck. Es ist so, als ob ich es schaffe, mehr in mir zu ruhen und einen inneren Frieden zu haben. Doch ehrlich gesagt ist dieser Prozess „harte Arbeit“, denn:

Es gab letzte Woche Situationen, die mich total aus der Fassung gebracht haben, in denen ich f├Ârmlich unter die Decke gegangen bin. Nur ein Beispiel: eigentlich war es verabredet, dass ich von der Arbeit von meinem Mann abgeholt werde. Nun sah es aber so aus, dass er sein Handy nicht dabei hatte und wir keine feste Uhrzeit abgemacht hatten, denn dank andauernder Erreichbarkeit kann man sich ja schnell texten, wenn mein Arbeitsschluss definitiv absehbar ist. Er war nicht erreichbar, ich hatte eine halbe Stunde sp├Ąter daheim einen wichtigen Termin via Videokonferenz. Wenn ich laufen sollte, w├Ąre ich knapp p├╝nktlich daheim. Gut, ich machte mich also auf den Weg. Und ich war sauer, so sauer, dass mir die Tr├Ąnen kamen. Die ganze Schuld lud ich im Inneren auf ihn ab, und der Gedanke an ein Glas Wein kam auf. Ich fragte mich, woher denn diese Lust auf Alkohol auf einmal kam.

Und mit jedem Schritt diesen verdammten H├╝gel hinauf, wurde mir bewusst: ich war es gewohnt in Situationen der Entt├Ąuschung und Wut diese mit der Substanz zu d├Ąmpfen. Mit jedem Schritt den ich nun durch den Schnee ging, sagte ich mir: Nein, du wirst nichts trinken! F├╝hle lieber in dich hinein, lasse den Schmerz zu. Ich sah mir den Schmerz mit meinem inneren Auge an und mit jedem Schritt mehr, verblasste er. Ich nahm den Schnee, die kalte Luft, meine Beine beim Laufen, den Sonnenschein und den blauen Himmel wahr. Und auf einmal f├╝hlte ich Freude und war dankbar daf├╝r, diesen Weg nun im wahrsten Sinne des Wortes gehen zu m├╝ssen. Wut und Entt├Ąuschung, diesen Schmerz, konnte ich also aushalten, es brauchte keinen Alkohol um ihn zu bet├Ąuben.

Diese geschilderte Situation spiegelt wieder, wie Gef├╝hle mich aktuell immer wieder ├╝bermannen. Es sind meistens Gef├╝hle, die ich gewohnt war, zu unterdr├╝cken, sie nicht richtig zuzulassen bzw. mit meinem inneren Auge genau anzuschauen. Die Zeit ohne Alkohol bringt es nun mit sich, dass ich diese Gef├╝hle endlich wahrnehme, sie wirklich f├╝hle.

F├╝hlte ich denn Gef├╝hl wie Trauer, Schmer, Entt├Ąuschung nicht als ich trank?!? Doch, auch da hatte ich diese, aber ich hatte gelernt, dass sie sich mit der Droge besser aushalten oder abschalten lassen. Und auch wenn ich einmal einige Tage nichts trank, wenn die Gef├╝hle mir zu viel wurden und ich sie nicht mehr aushielt, war das Glas Wein immer eine willkommene Ablenkung zum Schmerz. Aktuell gibt es diese M├Âglichkeit des Abschalten und Ignorieren gerade f├╝r mich nicht und deshalb zwingt mich das Leben dazu, mich mit meiner Gef├╝hlswelt auseinanderzusetzen.

Aber es sind zum Gl├╝ck auch positive Gef├╝hle wie Gl├╝ck, Zuversicht, Vertrauen, Geborgenheit, die ich wieder mehr empfinde. Wenn es mir schlecht geht, bin ich momentan nach einer Zeit des Schmerzes in der Lage, positive Gedanken zu entwickeln und zuversichtlich daran zu glauben, dass alles gut wird. Ich lerne seit einer Woche cirka, dass im Endeffekt die Liebe im Universum immer greifbar ist und es an mir liegt, mich mit ihr mental zu verbinden und auf diese Weise den Schmerz, die Entt├Ąuschung und die Trauer abzustreifen.

Alkoholkonsum f├╝hrt dazu, dass ich oft schwarz und negativ, ├Ąngstlich und ohne Vertrauen durch die Welt gelaufen bin und nur nach seinem Konsum schien diese dunkle Welt f├╝r mich aushaltbar.

Nein, heute sehe ich das anders. Ich wei├č, dass es der Alkohol ist, der diese Welt nur hat so aussehen lassen. Heute suche ich mir andere Quellen der Zuversicht: Meditation, Sport, gute Gespr├Ąche, B├╝cher, Videos. Ich lerne mich selbst zu sch├Ątzen und zu lieben und halte Situationen, die Schmerz verursachen ersteinmal aus.

Die Regel lautet: ich lasse das erste Glas stehen und der Rest kommt nach und nach. Ich glaube an das Gute und an die Liebe im Universum.

Happy ValentineÔŁĄ´ŞĆ

Eure Freya

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  ├ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  ├ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  ├ändern )

Verbinde mit %s