Tag 50: An Weiberfastnacht nüchtern? Ist das möglich?

Heute 11:11 Uhr. Der Stift wurde auf der Arbeit hingelegt, die Sachen fix zusammengeräumt, der Druck steigt, Karneval kann beginnen. Kölle Alaaf? Ja, aber bitte nüchtern.

Klar denke ich schon den ganzen Tag daran, dass es schön wäre, ein Glas Bier zu trinken. Aber dabei würde es höchstwahrscheinlich und ehrlich gesagt nicht bleiben. Meine Arbeitskollegen treffen sich heute zum Trinken und Feiern. Ich erinnere mich gerade mit einem leichten Gefühl von Übelkeit an letztes Jahr Weiberfastnacht zur gleichen Zeit. Wir tranken und feierten zunächst vor, dann zogen wir durch die Kneipen. Da blieb es sicherlich nicht nur bei einem Bier und am nächsten Morgen ging es mir so hundeelend, dass ich beschloss, nie wieder auf diese Art Weiberfastnacht zu feiern.

Momentan tut es mir generell enorm gut, nicht mit Menschen zu feiern, mit denen ich das normalerweise getan habe. Da komme ich nicht in Versuchung, doch trinken „zu müssen“. Ich habe mich somit heute freundlich von allen Kollegen verabschiedet und angekündigt, in den Kurzurlaub über Karneval zu fahren. Somit poste ich diesen Blogbeitrag nun von unterwegs und ich freue mich, dem Karneval (eher gesagt dem kollektiven Saufgelage) zu entfliehen. Ich habe heute 50 Tage ohne Alkohol gelebt und ich hatte nicht vor, mir diese positive Bilanz zu vermiesen. Ich empfinde eine irrsinnige Vorfreude auf morgen- wissend darum, ausgeschlafen und ohne Kater in den Tag zu starten. Was würde den Tag heute mit Alkohol besser machen? Gar nichts, nehme ich an.

Leider sehen das in Bonn beispielsweise viele Jugendliche anders. Heute Mittag waren bereits viele von ihnen mit Schnaps und Bier stark betrunken in der Innenstadt unterwegs. Krankenwagen mussten kommen um knapp erwachsen gewordene Menschen zu retten, die sich zur Besinnungslosigkeit trinken. Laut Polizei werden die Jugendlichen von Jahr zu Jahr jünger, die sich mit Alkohol an Weiberfastnacht zugießen.

Hier der Link zum Zeitungsartikel:

https://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/weiberfastnacht-in-bonn-beuel-polizei-zieht-moderate-zwischenbilanz_aid-49082585

Ich finde es erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit an gewissen Tagen wie Karneval „gesoffen“ wird. Denn mit maßvollem Konsum hat das offensichtlich wirklich nichts mehr zu tun. An solchen Tagen wird sichtbar, wie viele Menschen trinken und an Karneval scheint es ja fast Pflichtprogramm zu sein, endlich in der Öffentlichkeit eine Legitimation zu haben, sich mit Alkohol zu berauschen und auch öffentlich die Kontrolle zu verlieren. Die Frage, die sich mir stellt, ist dann: wie viele von ihnen haben wohl ein Alkoholproblem? Die Zahlen dürften sehr ernüchternd sein.

Ich für meinen Teil mache das kollektive Trinken heute nicht mit und als Belohnung dafür werde ich mir morgen ein schönes Kleid für den Frühling kaufen und ins Museum gehen. Das Geld dafür habe ich locker mit dem Alkoholverzicht von Weiberfastnacht angespart und ein leckeres Stück Kuchen und ein Buch wird auch noch drin sein.

Ich wünsche allen heute einen klaren Kopf und sage dennoch: Kölle Alaaf.

❤️ liche Karnevalsgrüße

Eure Freya

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