Tag 12 bis 14: Wie schaffte ich es endlich nüchtern zu bleiben?

An alle, die gerade dabei sind, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren oder beschlossen haben konsumfrei zu leben!

Auf die gewohnte Menge Alkohol zu verzichten bzw. den Konsum auf Null zu reduzieren , war die ersten Tage nicht leicht. Das gebe ich zu. Es brauchte viel Ablenkung in Form von anderen Aktivitäten (Kochen, Schwimmen, Einkaufen, Baden) und oft ein striktes und bewusstes Nein. Ihr glaubt mir bestimmt, wenn ich sage, dass es mir schwer fiel, meine innere Stimme zu besiegen. Wie habe ich es aber dennoch geschafft, 14 Tage nüchtern zu bleiben?

Mein Trick besteht erstens darin, keinen Alkohol im Haus zu haben und auch keinen zu kaufen. Deshalb kann ich daheim überhaupt gar nichts trinken. Außer Wasser und Saft natürlich. Und wenn mich die Lust überkam, doch vielleicht eine Flasche Wein kaufen zu gehen, dann trank ich ein großes Glas Wasser oder zwei und überlegte mir, was ich kochen oder backen könnte. Das ist nämlich eines meiner geliebten Hobbies, für das ich endlich wieder Zeit finde. Was ich also tat: ich lenkte meine Gedanken bewusst in eine andere Richtung. Die aktuelle Lust auf Alkohol und den „Trinkdruck“ zu besiegen ist mir anfangs nicht leicht gefallen, aber ich kann euch versichern, dass es einfacher wird!

Das, was am zweitschwersten in den ersten Woche zu durchbrechen war, war mein gewohntes Trinkmuster. Damit meine ich Situationen, in denen ich es gewohnt war, zu trinken. Hin und wieder nach der Arbeit, oft beim Kochen und oder Essen, meistens abends beim Fernsehen Schauen, gelegentlich bei der Arbeit am Schreibtisch zu Hause, immer beim Essen im Restaurant. Und vor allem nach stressigen Arbeitstagen. Es gibt Situationen, die hinterfragt man gar nicht. Da wird ist es ein Ritual und erscheint einem völlig normal Alkohol zu trinken. Gerade in diesen Situationen empfand ich auch immer wieder das Bedürfnis Alkohol zu konsumieren.

Meine Beobachtung: Erst als mir endlich meine Muster bewusst geworden waren, d.h. nachdem ich durch bewusste Beobachtung herausgefunden hatte, in welchen Situationen ich eigentlich trinke und nachdem ich mir vor meinem inneren Auge vorstellen hatte können, welche Alternativen ich zu Alkohol in diesen Situationen trinken werde, hatte ich die Kraft zu sagen: Ich lebe konsumfrei.

Dieser Prozess lief nicht von heute auf morgen ab. Schon einige Monate vor meiner berühmt berüchtigten Silvesternacht (siehe meinen ersten Blogbeitrag) stellte ich mir immer wieder vor, wie es wohl sein würde, keinen Alkohol zu trinken. Ich stellte mir vor, was ich anstatt dessen trinken würde, ich stellte mir vor, wie gut es sich anfühlen würde und ich imaginierte mir, welche Urlaube ich mir von dem gesparten Geld würde leisten können.

Was für mich vor diesem resoluten Nein zum Alkohol so fundamental wichtig war, war mich selbst nicht unter Druck zu setzen mit dem Trinken „aufhören zu müssen“. Ich hatte das Vertrauen, dass irgendwann der richtige Zeitpunkt kommen würde. Jetzt im Nachhinein weiß ich auch, warum: ich brauchte Zeit, um meine Trinkgewohnheiten zu beobachten und um mir ein Leben ohne Alkohol zu imaginieren.

Was ich euch mit auf den Weg geben möchte: Seid nicht zu hart zu euch selbst. Lasst euch mit der Umsetzung, keinen Alkohol zu trinken Zeit. Habt das Vertrauen, dass ihr es schaffen werdet, irgendwann das erste Glas einfach stehen zu lassen. Sucht euch Vorbilder, die es ebenfalls geschafft haben und beschäftigt euch mit eurem eigenen Trinkverhalten.

Ich weiß, ich habe erst „14 Tage“ geschafft. Für Menschen, die mit Alkohol gut umgehen können, hört sich das vielleicht befremdlich an. Aber für mich ist das eine enorme Leistung. Und ich fühle mich glücklich. Ich habe es mir in meinen Imaginationen gar nicht so beglückend ausgemalt. Und nach cirka einer Woche ist auch dieses dringende Bedürfnis zu trinken, weniger geworden. Ich bete oft, dass ich weiterhin durchhalte.

Ich danke euch allen, dass ihr hin und wieder meinen Blog besuchen kommt. Das gibt mir Kraft und ich hoffe, euch auch ein wenig zu geben. Das Schreiben hier befreit.

Erkenntnis des 14. Tages: Fasse den Entschluss und verliere das Ziel nicht aus den Augen.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Abend. Seid ❤️ lich gegrüßt.

Eure Freya